Ein Loblied zur Erbauung eines Bades

Es stammt angeblich von einem Einwohner Hannovers, der in den Jahren zwischen 1940/1942 dort „ausgebombt“ war und sich vorübergehend beim Landwirt Otto Bohnsack aufhielt. Das Schreiben ist nicht datiert; wahrscheinlich stammt es aus den Jahren 1940/41.

Lieber Bürgermeister von Lamspringe,
was hört ich neulich für schöne Dinge?

Lamspringe baut für Jung und Alt,
auf hohem Berg` ne Schwimmanstalt?

 

Wo das Wasser warm,
zum Gott erbarm?

 

Aus eiskalter Lamme fließt es dahin,
brausend oben ins Bassin.

 

Das Wunderwasser fließt bergauf,
zeitgemäß nimmt´s seinen Lauf.

 

Wann wird eröffnet die Feierlichkeit ,
das hohe Bergbad der neuen Zeit?

 

Ich hoffe, dass ich werde eingeladen,
zum ersten Sprung, zum ersten Baden!

 

Wenn die alten und die jungen Puten,
schwimmend kämpfen mit den Lammefluten.

 

Keiner darf dann fehlen zum Gaudium,
im neuen Lamspringer Aquarium.

 

Die Sitte hütet dann Arnold der Pender,
mit Augen wie ein Kurzwellensender.

 

Und wie beim Kegeln „alle Neun“,
wird sich dann Karl Anhalt freu´n.

 

Musik gibt es dann und auch ein Tänzchen,
für alle Gänse mit ihren Gänschen.

 

Auch Willi Hennies und „Vater Franz“,
kommen bestimmt zum Eröffnungstanz.

 

Nur Wilhelm Haars und Ernst Oberbeck,
die bleiben zu Haus, die sind nicht so geck.

 

Dann gibt es noch ne andere „Klicke“,
die Angst haben vor‘ nem steifen Genicke.

 

Karl Wichmann stellt zum Eröffnungsgewühle,
die Tische, die Bänke und auch noch die Stühle.

 

Und Feldmarschall Keitel mit Orden geschmückt,
Euch dann mit seinem Besuche beglückt.

 

Wenn`s kalt ist, denkt Wilhelm Elbeshausen,
da bekommt man „ostindisches Nabelsausen“.

 

Arzt, Apotheker und Lehrer im Ort,
starten zum „Lamspringer Weltbad-Rekord“.

 

Weit bequemer und schöner würde liegen,
das Bad hinter dem Kloster in grünen Wiesen.

 

Dort baut es hin,
das hätte Sinn!

 

Dort baden alle Lamspringer mit Wonne,
und nicht mehr zu Hause in der Tonne.

 

Für alle wär‘ das Bad leicht zu erreichen,
habt Einsicht und lasst euch noch erweichen.

 

Auf dem hohen Berg wo der Ostwind pustet,
sich mancher erkältet und dann auch noch hustet.

 

Dort oben wäre der Weg nach kurzer Zeit,
sogar dem strammen Karl zu weit.

 

Dann liegt die ganze Lamspringer Sippe,
zu Hause im Bett mit schwerer Grippe.

 

Drum baut besser an des Bades Stelle,
ein schönes Denkmal, auf alle Fälle.

 

Ihr gedenkt dann der vielen Krieger im Feld.
Bedenkt, es ist doch jeder ein Held.

 

Das hätte Sinn, und mit gutem Klang,
verschönt das Fest, mit eurem Gesang,
dann erntet Ihr sicher der Krieger Dank.

 

Geb‘ ich doch gerne zum Denkmalfonds,
gebt auch ihr, und baut davon.

 

Baut wie einst der 70er Ahnen,
ein hohes Denkmal, mit Kränzen und Fahnen.

 

Für`s Denkmal empfehle ich euch den Spruch:
„Dies bauten einst in schweren Zeiten,
unsere Väter, die Gescheiten!“

Auf das man Euch ein Loblied singe,
Euch „Senatoren von Lamspringe“!

- Erarbeitet von Wolfgang Pletz -

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