Der Weg bis zur Waldbad Eröffnung

Frühere Planungen für eine Badeanstalt

Die erste Badeanstalt in Lamspringe wurde im Jahre 1910 an der Dammstraße gebaut. Von der Einweihung gibt es 2 Fotos mit Schwimmerinnen und Ehrengästen. Die Badeanstalt geriet aber später in schlechten Zustand, so dass sie unbenutzbar wurde. Im Jahre 1937 beschloss der Gemeinderat Lamspringe dem Antrag vom Bauunternehmer Julius Ehbrecht auf Kauf der heruntergekommenen Badeanstalt zuzustimmen. Dieser baute dort später im so genannten Dammteich, der sich zu einem verschlammten Gewässer entwickelt hatte, ein Wohnhaus.

 

Der Rat beschloss am 29. Juni 1937 an den alten Platz keine neue Badeanstalt am Dammteich zu bauen. Da es einen starken Druck auf den Gemeinderat gab, überlegte dieser, ob man an den Brosender Teichen zwischen Lamspringe und Gehrenrode neu bauen könnte, da man das Wasser der Gande zum Befüllen des Bassins nutzen könnte. Diese Idee wurde aber nicht weiter verfolgt, sondern es kam der Gedanke auf ein Waldbad, an der Ahornallee am Graster Söhrberg – an heutiger Stelle des Schwimmbades – zu erbauen. Der 2. Weltkrieg beendete dann jedoch alle Pläne im Hinblick auf den geplanten Neubau. Die Lamspringe mussten also weiterhin nach Neuhof gehen, das seit 1934 eine Badeanstalt hatte.

Der Neubau

Die Idee, eine Badeanstalt in Lamspringe zu bauen, bewegte den Rat des Fleckens in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg bereits längere Zeit. Am 27.‘Januar 1958 wurden die Pläne nun endlich konkret. An diesem Tag befasste sich der Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bode mit diesem Thema. Anwesend waren neben 11 Ratsherren und Gemeindedirektor Heinrich Gräbig, Oberkreisdirektor Beushausen sowie der Landschafts- und Bäderarchitekt Klaus Karnatz aus Trier. Bei der Vorstellung des Projekts erläuterte der Architekt die von ihm neu entwickelte so genannte Mammuthautbauweise, bei der auf den Bodenkörper die Mammuthaut aufgeschweißt und dann durch Fliesen abgedeckt würde. Zu der Diskussion lag ein Entwurf des Architekten Immendorf aus Hildesheim vor, über den ausgiebig diskutiert wurde. Die zu erwartenden Gesamtkosten sollten nach dem ersten Entwurf bei 350.000 DM liegen. Diese Summe wurde durch die Bezirksregierung in Hildesheim genehmigt.

Die Idee, Fliesen auf die Mammuthaut zu kleben, wurde aber schon bald dahingehend geändert, dass ein Farbanstrich billiger und haltbarer sein würde. Die zu erwartenden Kosten des Badeastaltprojektes waren jedoch einigen Ratsherren zu hoch, sodass beschlossen wurde Einsparungsmöglichkeiten auszuloten, um eine maximale Summe von 314.000‘DM nicht zu überschreiten. Daher wurde bei der ersten Sitzung der Entschluss gefasst, einen zweiten Bauentwurf vom Architekt Immendorf erarbeiten zu lassen.
Am 1. April 1958 fasste der Gemeinderat den Beschluss, die Badeanstalt bauen zu wollen. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 15. April 1958 wurde ein weiterer Entwurf vom Architekten Immendorf vorgelegt und diskutiert, der eine Summe von 330.000 DM vorsah. Auch hier wurden noch wesentliche Änderungen verlangt, sodass die Gesamtbausumme auf 396.000 DM anstieg. Da dies den Ratsherren immer noch zu teuer war, wurde beschlossen, die Summe auf keinen Fall über 385.000 DM ansteigen zu lassen. Hier sollte definitiv die Obergrenze liegen.

 

Nachdem Architekt Immendorf Anfang 1959 das Gesamtprojekt (ohne die Bademeisterwohnung) neu kalkuliert hatte, konnte die erforderliche Gesamtsumme auf 330.000 DM verringert werden. Der Vertrag mit Herrn Immendorf wurde aber gekündigt und der Bäderarchitekt Klaus Karnatz aus Trier bevorzugt, da er die modernere Bauweise mit der so genannten Mammuthaut befürwortete. Der Gemeinderat beschloss am 20. Februar 1959 Klaus Karnatz die Gesamtleitung des Baus zu übertragen mit der Auflage, dass der Lamspringer Architekt Franz Harborth, für eine Summe von 15.000 DM,
die örtliche Bauleitung verantwortet.

Die Angebote der beteiligten vier angeschriebenen Baufirmen lagen über und unter der Obergrenze. Das niedrigste Angebot war das der Baufirma
Arnold Römermann mit einer Summe von 329.109DM. Am 1. April 1959 vergab der Rat daher den Bauauftrag an diese Firma. Am 15. September 1959 waren die Arbeiten soweit fortgeschritten, dass die Aufträge für den Ausbau vom Rat vergeben werden konnten. Es erhielten überwiegend Lamspringer Firmen den Zuschlag.

Das Schwimmbecken mit seinem kombinierten Nichtschwimmerbereich wurde so ausgebaut,
dass es bei einer Länge von 50 Metern und einer Breite von 18 Metern zukünftig auch für alle Schwimmwettkämpfe geeignet sein sollte. Für die Reinigung des Wassers sorgte eine moderne Umwälz- und Filteranlage. Im Eingangsbereich wurden die Gebäude für die Technik, Umkleidekabinen und Wohnungen für Bedienstete gebaut. Ein kleines Sommer-Café, an der Nordgrenze des Freibadgeländes auf erhöhtem Plateau gelegen, gibt Gelegenheit zur Entspannung und gewährt einen herrlichen Blick über die ganze Freibadanlage bis hin in die weite Landschaft.

 

Am 18. Juni 1960 wurde das Freibad von Bürgermeister Karl-Heinz Bode der Öffentlichkeit übergeben und mit einem bunten Rahmenprogramm eingeweiht. Ein besonderer Höhepunkt dabei waren die Vorführungen eines Damen-Wasserballetts aus Hildesheim. Unter den Gästen befand sich auch der damalige Regierungspräsident von Hildesheim, Dr. Suermann. In seiner Ansprache beglückwünschte er die Lamspringer zu ihrer neuen Badeanstalt, lobte den Rat für die Bereitstellung der Geldmittel in einer Zeit, in der noch viele andere kommunale Aufgaben anstanden. Von allen Besuchern wurde die Anlage als eines der schönsten Freibäder im Bezirk Hildesheim bezeichnet.

- Erarbeitet von Axel Christoph Kronenberg in Zusammenarbeit mit Wolfgang Pletz -

©2020 Waldbad Lamspringe. Erstellt mit Wix.com  
Impressum / Datenschutz